Was tun, wenn mit einem Gipsbein das Einkaufen unmöglich ist? Wer kann beim Gardinen aufhängen helfen? Wo gibt es Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen? Wer passt auf die Kinder auf, wenn die Mutter zum Arzt muss? Nicht jeder hat Familienmitglieder in der Nähe, auf die er in Notsituationen zurückgreifen kann.
Die Kirchengemeinden auf dem Moritzberg in Hildesheim – St. Mauritius, Christuskirche und Zwölf Apostel – bieten mit der ökumenischen Nachbarschaftshilfe „Findus“ Hilfen für solche und andere Fälle an. "Wir wollten etwas für die vielen Familien und alten Menschen in unserer Pfarrgemeinde tun", beschreibt Maria Behnke den Gründungsgedanken. Doch nicht nur in ihrer Gemeinde St. Mauritius gibt es Überlegungen, auch die benachbarte evangelische Christusgemeinde plante zeitgleich ein ähnliches Angebot. Schnell sind sich die Initiatoren einig, die Nachbarschaftshilfe gemeinsam für den Stadtteil zu initiieren. 2007 schließlich startete das Projekt.
Der erste Hilfsfall war schnell erledigt: "Ein Mann, dessen Frau im Krankenhaus lag, wußte nicht, wie er die Wäsche in der Waschmaschine waschen musste", berichtet Behnke. Es sind sehr oft praktische Dinge gefragt: Glühbirnen wechseln, Gardinen auf- und abhängen, kleine Reparaturen beispielsweise an Fahrräder oder eben Hilfen im Umgang mit technischen Geräten wie Waschmaschine, Fernseher und Computer. "Wir haben nur einen jungen Mann, der sich mit Computern auskennt. Da bräuchten wir noch Unterstützung", sagt Monika Hippe.
Doch die möglichen Hilfen sind vielfältiger: Begleitung zum Arzt, zum Einkauf oder beim Spaziergang, Hausaufgabenhilfe, Unterstützung bei Behördenangelegenheiten oder Betreuung von Kindern gehören zum Angebot. Wichtig ist dabei, dass es den Rahmen einer nachbarschaftlichen Hilfe nicht übersteigt. Anfragen nach regelmäßige Fahrten ins Krankenhaus zur Behandlung, fester Kinderbetreuung oder dauerhafter Haushaltshilfe werden abgelehnt. "Wir wollen keine Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern sein", betont Wolfgang Fleer.
"Findus" kann mittlerweile auf rund 60 Ehrenamtliche zurückgreifen, die ihre Hilfe gerne zur Verfügung stellen wollen. Ihr Potential ist noch längst nicht ausgereizt. Dreimal im Jahr werden sie zu Treffen eingeladen, die dem Austausch und der Weiterbildung dienen und eine Anerkennung sein sollen. Organisiert werden diese Treffen sowie die Hilfe insgesamt von einem kleinen Kreis aus Vertretern der beteiligten Gemeinde. Auf eine Vereinsgründung haben die Verantwortlichen bewußt verzichtet.
Wer Hilfe benötigt, kann sich einfach an das Pfarrbüro wenden, von dort wird die Anfrage entsprechend weitergeleitet.
Kontakt:
Maria Behnke, Telefon: 0 51 21 / 415 87
Wolfgang Fleer, Telefon: 0 51 21 / 208 64 43, E-Mail: fam.fleer@web.de
Internet: www.mauritius-michael.de
Daran sollten Sie denken:
- Geklärt werden muss, wo die Anfragen auflaufen sollen und wer die Vermittlung der Helfer übernimmt. Dafür muss auch eine Kartei mit den Kontaktdaten, Wünschen und Möglichkeiten der Helfer gepflegt werden.
- Wer die Vermittlung übernimmt, sollte die Helfer gut kennen, um die richtigen Kontakte herstellen zu können.
- Für die Helfer muss klar sein, dass sie jederzeit "Nein" sagen können, wenn es zeitlich nicht passt.
- Werbeflyer sollten in der Nachbarschaft breit gestreut werden über die Geschäfte, Ärzte, Apotheken, Kindertagesstätten u.ä. Diese Flyer lassen sich auch gut durch ortsansässige Firmen sponsorn, da sie lokal verteilt werden.
- Zur Legitimation gibt es bei "Findus" für die Helfer Ausweiskarten, die mit Namen und Logo versehen sind.
- Positiv hat sich eine detaillierte Abfrage erwiesen, bei der die möglichen Helfer genau ihre Hilfsmöglichkeiten und -zeiten angeben können (sh. Flyer)
- Die Hilfen sind kostenlos. Spenden gehen an die Kirchengemeinden.
- Die Helfer sind über die Kirchengemeinden versichert, da es ein Angebot der Gemeinden ist. Dies muss
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