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Wegen Renovierung geschlossen
Wegen Renovierung geschlossen

Der Hildesheimer Dom ist geschlossen. Mehr als vier Jahre sollen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen dauern. Bis zum 15. August 2014, spätestens bis zum Bistumsjubiläum 2015, sollen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

Die Sanierung und Umgestaltung des Doms sowie der Umbau der St. Antoniuskirche zum neuen Dom-Museum werden voraussichtlich rund 29,98 Millionen Euro kosten. 7,22 Millionen Euro bringt das Bistum aus Eigenmitteln auf. Zuschüsse erhofft sich die Diözese von großen Geldgebern wie unter anderem der Europäischen Union, dem Land Niedersachsen und verschiedenen Stiftungen und Hilfswerken. Mindestens 2,3 Millionen Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden. Die Bauarbeiten in Dom und Antoniuskirche werden voraussichtlich etwa viereinhalb Jahre dauern. In dieser Zeit ist die Basilika St. Godehard Bischofskirche. Bis zum 1200. Geburtstag des Bistums im Jahre 2015 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein.

 

Die Umbau-Pläne

Bis zum 1200. Bistumsjubiläum im Jahr 2015 wird der Hildesheimer Dom umfassend saniert und das Dom-Museum in die St.-Antonius-Kirche verlegt, die als Kirchenraum aufgegeben wird.

So sehen die Pläne für den Dom im Einzelnen aus:

Die Arbeiten im Dom verfolgen zwei Ziele: Einerseits sollen dringend notwendige Reparaturen und Sanierungen erfolgen, andererseits soll – wie es Architekt Professor Johannes Schilling aus Köln ausdrückt – „das mittelalterliche Raumgefühl wieder besser erfahrbar werden“. Außerdem sollen die liturgischen Zusammenhänge klarer werden.

Durchgeführt werden Elektro- und Heizungsarbeiten, Maßnahmen zum Brandschutz und zur Verbesserung der Akustik, Anstrich, Dachrenovierungen und Steinmetzarbeiten.

Die Bernwardtüren werden weiter nach innen versetzt. Die Skulpturenseite zeigt wieder nach außen. Dadurch entsteht unter dem Westwerk ein eigener Raum, der durch eigene Zugänge zu betreten ist.

Die Orgelempore wird durch eine frei tragende Konstruktion ersetzt. Damit sind die jetzt störenden Säulen verzichtbar. Die Orgel selbst wird grundlegend saniert, außerdem wird es in einer nördlichen Seitenkapelle eine fahrbare Chororgel geben.

Die Krypta erhält zwei seitliche Zugänge, der Zugang an der Längsseite wird geschlossen. Westlich der Krypta wird eine Bischofsgruft angelegt, in der die Hildesheimer Oberhirten bestattet werden.

Der Heziloleuchter wird in der Mitte des Kirchenraumes hängen. Darunter findet das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert seinen Platz. Heute steht es in einer Seitenkapelle. Der Azelinleuchter (oder auch Thietmar-Leuchter), der derzeit in der St.-Antonius-Kirche hängt, wird im Chorraum platziert. Der Epiphanius-Schrein, heute unter dem Altar stehend, rückt in die Apsis. In einer Linie mit den Leuchtern, dem Taufbecken, dem Schrein und den Bernwardstüren wird die Irminsäule stehen, die heute auf dem Godehardichor zu finden ist.

Der Godehardichor wird durch Mauerwerk abgetrennt, es entsteht ein eigener Raum, der heutige Treppenaufgang im Dom entfällt.

Der Altarraum wird abgesenkt und rückt näher an die Gemeinde heran. Der Fußboden wird um etwa 40 Zentimeter tiefer gelegt, damit die Basen der Pfeiler und Säulen wieder sichtbar werden. Der Belag wechselt von Marmor zu Sandstein. Die Christussäule, die während der Bauarbeiten in der Michaeliskirche aufgestellt wird, soll voraussichtlich im südlichen Querschiff ihren Platz erhalten.

Dom-Museum / Kreuzgang

Das Dom-Museum wird in die St.-Antonius-Kirche verlegt und außerdem den Rittersaal umfassen. Auf der deutlich erweiterten Ausstellungsfläche (auf zwei Etagen) wird es vollständig neu konzipiert. Der Lettner (eine mittelalterliche Chorschranke, die ursprünglich im Dom zu Hause war) wird abgebaut, in einem eigenständigen Projekt restauriert und wieder im Museum aufgebaut. Der Zugang zum Museum erfolgt über die ehemalige Domschule. Deren rechter Flügel wird zum Eingang für Kreuzgang, Rosenstock und Museum umgestaltet. Außerdem soll dort ein Besucherzentrum geschaffen werden. Einbezogen in das Konzept wird der obere Kreuzgang (bisher für die Öffentlichkeit unzugänglich), in dem steinerne Ausstellungsstücke gezeigt werden sollen. Besucher können künftig den Kreuzgang und das Dom-Museum in einem Rundgang erkunden.

Joseph-Godehard-Haus:

Sofern die notwendige Finanzierung sichergestellt werden kann, soll der Saal des Joseph-Godehard-Hauses zu einer Sonderausstellungsfläche für das Dom-Museum umgebaut werden. Dafür sind weitere 1,7 Millionen Euro veranschlagt, die in den geplanten Baukosten von 24,5 Millionen Euro noch nicht enthalten sind.

Kapitelhaus mit Sakristei:

Einbeziehung in das Brandschutzkonzept, Rückbau der Klimaanlage, außerdem kleinere Renovierungsarbeiten in der Sakristei.

Das erste Konzept von Architekt Schilling sah noch umfassendere Maßnahmen vor. Zunächst geplant waren auch ein Umbau der Sakristei und des Kapitelhauses sowie der Bau eines Domforums. Aufgrund der Kosten werden diese vorerst nicht realisiert.

 

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