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Energie sparen bei kirchlichen Gebäuden
Energie sparen bei kirchlichen Gebäuden

Die Kirche ist kalt, das Pfarrheim auch. Aber die Heizung bollert und die Kosten sind höher als die Spitze des Glockenturms: Energie ist teuer. Mehr noch: Verschwendung versündigt sich gegen Gottes Schöpfung. Bistum und Diözesanrat der Katholiken setzen nun auf eine Klimaschutzinitiative für kirchliche Gebäude.

„Die Zeit zum Handeln ist jetzt“: So ist der Energieleitfaden für das Bistum Hildesheim betitelt.  Fast drei Jahre hatte eine ehrenamtliche Projektgruppe an der Schrift gearbeitet, die Gemeinden Tipps und Hinweise zum Umgang mit Strom, Gas und Heizöl geben möchte. „Schon jetzt zahlen unsere Gemeinden dafür einen großen Teil ihrer Finanzmittel dafür“, betont Dr. Christian Heimann, Diözesanratsmitglied und Sprecher der Projektgruppe.

Angesichts stetig steigender Energiepreise müssen Gemeinden jetzt umsteuern: „Sonst fehlen uns wichtige Gelder für pastorale oder soziale Aufgaben.“ Hier setze der Leitfaden an. Er gebe Denkanstöße und erste Tipps wie Hinweise zum Umgang mit Wasser, Strom und Wärme. Grundsätzlich sei jeder Kubikmeter Gas und jede Kilowattstunde Strom, die nicht verbraucht werden, ein „unschätzbar wertvoller Beitrag zum Energiesparen und somit zur Bewahrung der Schöpfung“. Und jeder Euro, der nicht durch den Schornstein gejagt wird, kann für anderes eingesetzt werden. Der schonende Umgang mit Energie sei auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit: „Die reichen Länder können noch gut dem Klimawandel umgehen, die armen Länder trifft es umso härter“, meint Heimann. Sparen sei das beste Mittel, um dem Raubbau an der Natur gegenzusteuern.

Klimaschutz in drei Schritten

Konkret umgesetzt werden diese Ziele durch die Klimaschutzinitiative des Bistums. Mit drei Schritten will das Bistum Gemeinden in Sachen Energiesparen unterstützen, erläutert Norbert Kesseler, Leiter der Abteilung Immobilien im Bischöflichen Generalvikariat. Ziel ist bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent des heutigen Energieverbrauches einzusparen. Kesseler: „Dieses Ziel ist umso ehrgeiziger, da es sich bei dem weitaus größten Teil der Immobilien um ältere Bauten handelt.“

Schritt eins der Initiative: das Ernennen von Klimaschutz-Beauftragten in den Gemeinden. „Ohne einen Verantwortlichen, der sich der Sache annimmt, geht es nicht“, betont Kesseler. Der Verbrauch von Strom und Gas oder Heizöl müsse beobachtet, Zählerstände an die Bauabteilung des Generalvikariates gemeldet werden. „Wir richten gerade ein Internetwerkzeug ein, um den tatsächlichen Verbrauch in den Gemeinden erfassen zu können“, erläutert der Ingenieur. Nach seiner Darstellung sind die Klima-Schutzbeauftragten „gewissermaßen Anwälte für das Umsetzen von Energiesparmaßnahmen“.

Welche Maßnahme für welche Gemeinde greift, ist Schritt zwei der Klimaschutzinitiative: Eine energetische und technische Bewertung der Gebäude, die zu einer Gemeinde gehören – Kirche, Pfarrheim und Pfarrhaus oder auch der Kindergarten. Gezielt werden mögliche Schwachpunkte des Gebäudes – Fenster, Türen, Dach, Dämmung – und dessen Ausstattung (Heizung, Beleuchtung oder andere Stellen, wo kostbare Energie verpulvert wird) in den Blick genommen und kurzfristig verwirklichbare Energiespar-Tipps gegeben.

Schritt drei greift bei größeren Investitionen: das detaillierte Energiegutachten. Alle anstehenden Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben von Gebäuden im Bistum werden künftig unter ökologischen und energetischen Gesichtspunkten gecheckt.

Bundesumweltministerium unterstützt die Initiative

Die Klimaschutzinitiative wird vom Umwelt-Bundesministerium mit 82800 Euro unterstützt. Die gleiche Summe legt das Bistum oben drauf. Mit diesen 165600 Euro wird aktuell das Erstellen von Klimateilkonzepten an 100 Gebäuden im Bistum gefördert. Die Gemeinden zahlen selbst 250 Euro pro Gebäude dazu.

Projektpartner der Klimaschutzinitiative des Bistums ist die ENAKON Wolfenbüttel GmbH. Die 2001 gegründete Ingenieursgesellschaft hat sich auf die das Entwickeln energietechnischer Projekte spezialisiert.

Ausweitung des Projektes

Das Bistum Hildesheim hat die Möglichkeit, für weitere 400 Gebäude Zuschuss-Anträge beim Bundesumweltministerium zu stellen. Daher können sich seit dem 1. Januar 2011 weitere Gemeinden, aber auch Schulen und Bildungshäuser, für das Programm melden.

 

Kontakt:

Bischöfliches Generalvikariat
Abteilung Immobilien
Domhof 18–21, 31134 Hildesheim
Telefon: 0 51 21 / 307 351
E-Mail: immobilien@bistum-hildesheim.de

 

Weiterführende Links:

 

Materialen / Bücher:

 

  • Nachhaltigkeitsbericht 2012: Das Bistum Hildesheim hat die ersten Erfahrungen und Ergebnisse der Klimaschutzinitiative in diesem Bericht zusammengefasst.

»Nachhaltigkeitsbericht 2012 (pdf, 9 MB)
 

  • Energieleitfaden "Die Zeit zu handeln ist jetzt!" mit den Umweltleitlinien des Bistums und Hinweisen zur Klimaschutzinitiative des Bistums. Die Schrift ist erhältlich über den Diözesanrat der Katholiken, Domhof 18-21, 31134 Hildesheim, Telefon: 0 51 21/307 307, E-Mail: dioezesanrat@bistum-hildesheim.de

»Energieleitfaden "Die Zeit zu handeln ist jetzt (pdf-Datei, 1,4 MB)

 

  • Christian Dahm, EnergieAgentur.NRW (Hrsg.): Energiesparen in Kirchengemeinden - Ein praktischer Leitfaden, oekom verlag, November 2009, 152 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen, DIN-A4 Loseblattsammlung, gelocht und geheftet, in farbig bedruckter Broschurmappe, 18,90 Euro, ISBN 978-3-86581-135-6.

»zur Bestellung beim oekom verlag

 

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