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Tipps und Tricks für Gremien
Tipps und Tricks für Gremien

„Ihr habt doch eh‘ nichts zu melden“: Ein gängiges Vorurteil gegenüber kirchlichen Gremien. Für die KiZ Anlass mit derart langen Bärten aufzuräumen – als Auftakt für eine Reihe mit Tipps und Hilfen für Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände.

 

Vorurteil 1: Ein Pfarrgemeinderat (PGR) interessiert die Kirchenoberen doch nicht.

Immer wieder lässig behauptet und immer wieder falsch. Das II. Vatikanische Konzil verabschiedete sich von der alten Teilung der Kirche in einen Klerus, der bestimmt, und die Laien, die gehorsam folgen. Auf der Grundlage des Leitbildes von Kirche als Volk Gottes wird die enge Zusammengehörigkeit aller Getauften und Gefirmten betont. Das Konzil hat angeregt, in Diözesen und Pfarreien beratende Gremien einzurichten. Die Arbeit der verschiedenen Laien-Räte hat hier ihre Grundlage. Das ist kein Gnadenakt, sondern eine Verpflichtung.

 

Vorurteil 2: Der PGR ist doch nur Hilfstruppe des Pfarrers und hat nichts zu melden.

Der Pfarrgemeinderat dient dem „Aufbau einer lebendigen Gemeinde und dadurch dem Heils- und Weltauftrag der Kirche“. Und weiter heißt es: „Er hat die Aufgabe, in allen pastoralen und gesellschaftlichen Anliegen der Gemeinde beratend oder beschließend mitzuwirken.“ So steht es in der Satzung und Wahlordnung für Pfarrgemeinderäte im Bistum. Das ist ein Auftrag. Der PGR ist daher weit mehr als ein verlängerter Arm des Pfarrers.

 

Vorurteil 3: Im PGR wird immer nur geredet und nichts gemacht.

Klar wird geredet. Möglichst mit- und nicht gegeneinander. Das ist wichtig für den Aufbau einer lebendigen Pfarrgemeinde. Der PGR hat eine Schlüsselfunktion im Leben der Gemeinde: Er soll nicht nur den Pfarrer beraten, sondern pastorale Richtlinien für die Gemeindearbeit entwickeln, die Arbeit der Initiativen und Gruppen fördern sowie die Anliegen der Pfarrei in der Öffentlichkeit vertreten.

 

Vorurteil 4: Der Kirchenvorstand redet doch nur über Bankkonten.

Das tut er – aber nicht nur: Der Kirchenvorstand (KV) ist das für die Verwaltung des Vermögens und für die „rechtsgeschäftliche Vertretung“ Gemeinde zuständige Gremium: Vom Haushaltsplan über die Jahresrechnung bis hin zum Vermögensverzeichnis. Aber viele Gemeinden sind Träger von Kindergärten, Altenheimen oder sozialen Projekten. Sie sind im Besitz von Grundstücken und Gebäuden. Hier ergeben sich Verwaltungsaufgaben, müssen Verträge geschlossen und rechtliche Vorgaben berücksichtigt werden. Das ist weit mehr als nur ein Blick auf den Kontoauszug.

 

Vorurteil 5: Außer für Geld trägt der KV keine Verantwortung.

Falsch. Der KV ist formal Arbeitgeber in der Pfarrei – und das bezieht sich nicht nur auf Sekretärinnen, Küster oder Erzieherinnen im Kindergarten, sondern auch auf Ehrenamtliche. Zwar bekommen diese keine Entlohnung, aber der Kirchenvorstand hat ihnen gegenüber die gleichen Sorgfaltspflichten wie bei Hauptamtlichen. So will es das Arbeitsschutzgesetz. Denn eine Kirchengemeinde gilt arbeits- und sozialrechtlich als Unternehmen – vertreten durch den KV.

 

Vorurteil 6: PGR und KV haben nichts miteinander zu tun.

Doch: PGR und KV sind förmlich zur Zusammenarbeit gezwungen. Der Rahmen einer solchen Zusammenarbeit ist in der Verordnung über die Kooperation von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand im Bistum Hildesheim abgesteckt. Denn die vorrangig finanzielle (KV) und die primär inhaltliche (PGR) Arbeit an der Sache Jesu können nicht unabhängig voneinander erfolgen. Rechtliche Dimension und pastorales Handeln gehören untrennbar zusammen. Deswegen werden in der „Zusammenarbeitsverordnung“ dem PGR Mitsprachemöglichkeiten an Entscheidungen des KV eingeräumt sowie die gegenseitige Information sichergestellt.

 

Vorurteil 7: Den Pastoralrat, also die „Mischung“ aus PGR und KV, haben wir doch nur, weil es nicht genügend Leute gibt?

In Einzelfällen kann es so gewesen sein. Aber die letzten Gremienwahlen haben gezeigt, dass es überwiegend mehr Kandidaten als Gremienplätze gibt.Auch hat sich die Mehrheit der „Pastoralrats“-Gemeinden aus seelsorglichen Gründen für das neue Modell entschieden – vorrangig wegen der direkteren Zusammenarbeit. Zu beachten ist: Beim Pastoralrat handelt es sich zunächst um den staatskirchenrechtlich zu bildenden Kirchenvorstand. Per bischöflichem Dekret werden ihm zusätzlich die Aufgaben des Pfarrgemeinderates übertragen. Somit ist er auch für die pastoralen Belange zuständig.

 

Zu den Tipps:

 

 

Rechtsvorschriften im Bistum

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Für Nachfragen zu den Dokumenten:

Bischöfliches Generalvikariat
Kirchenrecht
Domhof 18–21, 31134 Hildesheim
Telefon 05121/307 247
E-Mail: christina.ferrero@bistum-hildesheim.de

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