Interkulturelle Woche

Die Interkulturelle Woche 2020 steht unter dem Motto „Zusammen leben. Zusammen wachsen". Die Kirchen laden bundesweit  ein, sich in der Zeit vom 27. September bis 4. Oktober mit Aktionen und Veranstaltungen daran zu beteiligen. 

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 45. Interkulturellen Woche ein. Sie ist für die Woche vom 27. September bis 4. Oktober 2020 geplant und steht unter dem Thema "Zusammen leben, zusammen wachsen." Anlässlich der Interkulturellen Woche ist eine Vielzahl dezentraler Einzelveranstaltungen im gesamten Bundesgebiet geplant, in den vergangenen Jahren waren das immer über 5.000 Veranstaltungen an mehr als 500 Orten.

In ihrem Wort rufen die drei Vorsitzenden im Blick auf die aktuelle Migrations- und Flüchtlingspolitik dazu auf, "immer neu Maß zu nehmen an der Würde jedes einzelnen Menschen". Kritisch setzen sie sich mit der Europäischen Union auseinander, die erst vor wenigen Jahren mit dem Friedensnobelpreis "für ihren Beitrag zur Förderung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa gewürdigt" worden sei. "Heute aber umgibt sie sich mit neuen Mauern und Zäunen und richtet Lager an ihren Außengrenzen ein. Die dortigen Zustände sind mit der Achtung der Menschenwürde nicht vereinbar."

Mit ermutigenden Worten wenden sich die Bischöfe an die Veranstalterinnen und Veranstalter der vielen Initiativen und Aktionen rund um die Interkulturelle Woche. Zwar seien die Planungen in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie von vielen Unwägbarkeiten betroffen, dennoch sei aber deutlich geworden, wie lebensnotwendig eine solidarische Grundhaltung in der Gesellschaft sei: "Wir möchten dazu ermutigen, kreativ nach Möglichkeiten und Formaten zu suchen, wie unser Motto ‚Zusammen leben, zusammen wachsen‘ umgesetzt werden kann." So könne die Interkulturelle Woche „gerade in schwieriger Zeit ein starkes Zeichen der Gemeinsamkeit“ setzen.

Auftakt 2020

Der bundesweite Auftakt der Interkulturellen Woche wird am 27. September 2020 in München gefeiert. Es wird an diesem Tag zwei Veranstaltungen geben:

Um 16 Uhr findet im Dom Zu Unserer Lieben Frau (Frauenkirche) ein ökumenischer Gottesdienst statt. Im Rahmen des Gottesdienstes wird ein Kunstwerk präsentiert, das sich mit dem Oktoberfest-Attentat von 1980 auseinandersetzt und als Mahnmal konzipiert ist. Zukünftig soll das Kunstwerk für Aktionen zum Gedenken an Opfer von rechtem Terror bundesweit ausgeliehen werden können. Die Künstlerin und der Künstler sowie ein Opfer des Oktoberfest-Attentats werden anwesend sein.

Um 18 Uhr laden die Stadt München, der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche und das Bayerische Bündnis für Toleranz zu einem Empfang mit anschließender Gesprächsrunde ins Rathaus. Dabei wird der 40. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats am 26. September im Mittelpunkt stehen. In einer Podiumsrunde wird über das Thema "Bedrohte Demokratie?! – 40 Jahre nach dem Oktoberfestattentat" diskutiert.

Das Gemeinsame Wort der Kirchen ist im Materialheft zur Interkulturellen Woche abgedruckt. Enthalten sind desweiteren inhaltliche Beiträge zum Thema und Anregungen für Gottesdienste und Veranstaltungen.

Themenheft

Informationen, Anregungen, Bausteine und Materialien gibt es rechtzeitig auf der Internetseite zur Interkulturelle Woche:

www.interkulturellewoche.de

 

Kontakt: 

Ökumenischer Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche
Postfach 16 06 46
60069 Frankfurt am Main
Telefon: 069 / 24 23 14 - 60
Fax: 069 / 24 23 14 - 71
E-Mail: info(ät)interkulturellewoche.de

www.interkulturellewoche.de

Stichwort „Interkulturelle Woche“

Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten und Integrationsbeauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. An der Interkulturellen Woche beteiligen sich zahlreiche Gemeinden, Vereine, Vertreter von Kommunen und Einzelpersonen in mehr als 300 Städten mit insgesamt etwa 3.000 Veranstaltungen.

Die Interkulturelle Woche findet jährlich Ende September, von Sonntag bis Samstag vor dem Erntedankfest statt. Sie wird mit einer zentralen Auftaktveranstaltung bundesweit eröffnet.

Entwickelt hat sich diese Woche aus dem „Tag des ausländischen Mitbürgers“, den die großen christlichen Kirchen bereits 1975 ins Leben gerufen haben – aufgrund der damaligen aktuellen gesellschaftliche Beobachtungen. Bis heute ist das Eintreten für bessere politische und rechtliche Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Deutschen und Zugewanderten ein Ziel der „Woche“ geblieben. Aber auch durch Begegnungen und Kontakte im persönlichen Bereich ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und zum Abbau von Vorurteilen beizutragen, ist ein zentrales Anliegen der Initiative.