Synodaler Weg im Bistum Hildesheim

Die katholische Kirche in Deutschland hat sich auf den Weg gemacht. Auch die Menschen im Bistum Hildesheim gehen nächste Schritte in die Zukunft. Dazu gehört, nicht über andere zu reden, sondern mit ihnen. Ein wichtiger Aspekt des Prozesses besteht darin, gemeinsam als Ortskirche und Kirche vor Ort auf die Suche nach neuen Fragen und Antworten zu gehen und Christus genau dort zu ver-muten.

Synodaler Tag im Bistum Hildesheim – so können Sie mitdiskutieren!

Am 29. Mai 2021, von 10:00 bis 16:00 Uhr wird der erste Synodale Tag im Bistum Hildesheim unter dem Titel „frauenfragen. Neue Wege der Verkündigung im Bistum Hildesheim“  stattfinden. Angesichts der aktuellen Corona-Lage wird die Veranstaltung rein digital stattfinden.

Worum geht es beim Synodalen Tag?

Mit dem Themenfeld „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ greift der Synodale Tag nicht nur den Gegenstand des dritten Forums im Synodalen Weg, sondern vor allem eine Zukunftsfrage der katholischen Kirche auf, die von vielen als besonders drängend empfunden wird.

Der Synodale Tag soll dabei ein Forum bieten, gemeinsam genau hinzusehen:

  • Wo steht das Bistum Hildesheim beim Thema „frauenfragen“?
  • Was ist bereits möglich? Wo braucht es weitere Schritte?
  • Wie sieht der aktuelle Stand des Synodalen Wegs in der Frage?

Dabei geht es vor allem darum, miteinander und nicht übereinander zu reden. Offen, manchmal kontrovers, aber wertschätzend für eine gemeinsame Sache. Dabei soll der Synodale Tag Impulse setzen, aber auch aufnehmen. 

Ziel ist es, im gemeinsamen Austausch Themenfelder und Fragestellungen zu entdecken, die es zu vertiefen gilt – sei es im Rahmen des Synodalen Wegs oder in eigenen Foren und Arbeitsgruppen. Natürlich wird es dabei nicht gelingen, alle Fragen bereits im Rahmen der Veranstaltung abschließend zu beantworten oder entscheiden. Gleichwohl ist es das erklärte Ziel, gemeinsam - aus dem Bistum und für das Bistum – nächste Schritte zu entwickeln.

Der Synodale Weg im Bistum Hildesheim

Dr. Thomas Scharf-Wrede, Direktor des Bistumsarchivs Hildesheim, erklärt den Synodalen Weg für das Bistum Hildesheim.

Was ist der Synodale Weg?

Die römisch-katholische Kirche in Deutschland erlebt eine Zeitenwende: Nicht nur strukturelle Veränderungen machen darauf aufmerksam. Die Veröffentlichung der sogenannten MHG Studie im September 2018 und ihre Nachbearbeitung in Bezug auf sexualisierte Gewalt sowie Machtmissbrauch in der Kirche zeigen, wie grundlegend Wege in die Zukunft reflektiert werden müssen. Dazu zeigt sich immer deutlicher die missionarische Herausforderung in der heutigen Gesellschaft.

Im März 2019 haben die deutschen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung in Lingen beschlossen, sich gemeinsam und mit anderen auf einen Synodalen Weg zu begeben und Reformen anzustoßen. Der Synodale Weg wird von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkommitee der deutschen Katholiken (ZdK) getragen und basiert auf einer eigenen Satzung. Gegenüber einer Synode, die kirchenrechtlich klar bestimmt ist, erlaubt der synodale Weg einerseits mehr Freiheiten, zum Beispiel in der Besetzung der Versammlung, die neben Bischöfen nun auch andere Mitglieder kennt. Andererseits muss ein solcher Weg in seiner rechtsbindenden Kraft eine eigene Form finden, denn die Beschlüsse der Synodalversammlung entfalten zunächst von sich aus keine Rechtswirkung. Dies muss der jeweilige Ortsbischof im Rahmen seiner Rechte und Pflichten letztentscheiden.  

Der Synodale Weg in Deutschland hat am ersten Advent 2019 begonnen. Der Gesamtprozess ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Das zentrale Organ des Prozesses ist die Synodalversammlung mit ca. 230 Mitgliedern, die sich zu vier großen Plenarsitzungen in Frankfurt/Main treffen. Die Versammlung setzt sich aus den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und aus Vertreterinnen und Vertretern des Zentralkomitees zusammen. Hinzu kommen weitere Personen- und Berufsgruppen, die in ihrem Wirken an der Sendung der Kirche beteiligt sind oder wichtige Perspektiven zu bestimmten Fragestellungen eintragen können. Die thematische Vorarbeit der Vorlagen geschieht durch vier Synodalforen. Die Themen dieser Foren sind: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“, „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“, „Priesterliche Existenz heute“ und „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“. 


Den Synodalen Weg unterstützen

Zum Zeichen seines Interesses am Synodalen Weg kann sich jede und jeder Interessierte auf der Internetseite zum Synodalen Weg in eine Liste eintragen und mit einem Porträt-Foto seine Unterstützung bezeugen. Auch das Gebet für den Synodalen Weg ist sicherlich hilfreich.